Der Ankauf zahlt weniger und fragt nicht nach. Der Marktplatz zahlt mehr und fragt dreimal, ob du auch verschickst. Beides ist in Ordnung – wenn du weißt, was du gerade tauschst: Geld gegen Zeit.
Kurz gesagt
Ankaufportale wie [momox](/anbieter/momox), [rebuy](/anbieter/rebuy) oder [Wirkaufens](/anbieter/wirkaufens) nennen dir sofort einen Preis, du schickst die Sachen ein, sie prüfen und zahlen. Schnell, planbar, aber mit Abschlag und dem Risiko, dass nach der Prüfung weniger geboten wird. Auf [Kleinanzeigen](/anbieter/kleinanzeigen) oder [Vinted](/anbieter/vinted) bestimmst du den Preis selbst, bekommst oft mehr, trägst aber Fotos, Nachrichten, Versand und Betrugsrisiko.
So funktioniert der Ankauf
- Preis abfragen. Barcode scannen oder Gerät angeben; das Portal nennt ein Angebot. Das ist ein Angebot unter Vorbehalt der Prüfung.
- Einsenden. Meist kostenloser Versand ab einem Mindestwert. Verpacke so, dass nichts bricht; Transportschäden gehen sonst zu deinen Lasten.
- Prüfung. Das Portal bewertet den Zustand. Weicht er von deiner Angabe ab, kommt ein niedrigeres Angebot. Du kannst ablehnen; die Rücksendung ist je nach Portal kostenlos oder nicht. Wie das bei den einzelnen Anbietern geregelt ist und ob es eine Verbraucherschlichtung gibt, steht in unseren Profilen.
- Auszahlung. Überweisung oder PayPal, oft innerhalb weniger Tage nach Prüfung.
So funktioniert der Marktplatz
- Inserat. Gute Fotos bei Tageslicht, ehrliche Beschreibung inklusive Mängeln, realistischer Preis (vergleiche verkaufte Inserate, nicht aktive).
- Kommunikation. Rechne mit Preisanfragen, Nichtmeldern und Abholern, die nicht kommen. Plane dafür Zeit ein.
- Bezahlung und Versand. Nutze die Bezahl- und Versandfunktion der Plattform. Alles, was dich auf andere Wege lotst („schick mir deine E-Mail, ich zahle per Link“), ist ein Warnsignal; mehr dazu in [Sicher starten](/sicher-starten).
- Gebühren. Vinted nimmt die Gebühr vom Käufer, Kleinanzeigen ist für private Verkäufer meist kostenlos; Versand und Verpackung zahlst du ganz oder teilweise selbst.
Wann was?
- Viele kleine Dinge (Bücher, CDs, Spiele): Ankauf, weil der Einzelverkauf mehr Zeit kostet, als der Mehrerlös wert ist.
- Ein teures Gerät (Handy, Konsole, Kamera): Marktplatz, wenn du ein paar Tage Zeit hast; der Unterschied kann deutlich sein. Vorher den Ankaufpreis abfragen, dann weißt du dein Minimum.
- Kleidung: Vinted oder Kleinanzeigen; Ankaufportale zahlen hier wenig oder nehmen nur Marken.
- Schnell weg, egal wie: Ankauf.
In der Praxis
Rechne beide Wege einmal durch: Ankaufangebot gegen realistischen Marktplatzpreis minus Gebühren, Versand und – ehrlich – zwei Stunden deiner Zeit. Was deine Zeit wert ist, legst du im [Zeitwert-Rechner](/rechner) selbst fest. Oft ist das Ergebnis: Ankauf für die Kiste, Marktplatz für das eine gute Stück.
Prüfliste
- Ankaufangebot gespeichert (Screenshot mit Datum).
- Zustand ehrlich angegeben, Mängel fotografiert.
- Rücksendebedingungen bei abweichendem Angebot gelesen.
- Auf dem Marktplatz nur plattformeigene Bezahlung und Versand.
- Keine Ausweisfotos, keine Zahlung per Link an Unbekannte.
- Zeit für Inserat, Nachrichten und Versand mitgerechnet.
Alle Ankauf- und Verkaufsplattformen mit Bewertung und Belegen stehen im [Vergleich](/vergleich).