„10 € für 20 Minuten“ steht auf der Startseite. Das stimmt sogar – für die 20 Minuten. Die zwei Stunden Warten auf einen passenden Test stehen nicht dabei.
Kurz gesagt
Bei Nutzertests bedienst du eine App oder Website, sprichst laut, was du denkst, und wirst dabei aufgezeichnet. Unternehmen zahlen dafür, weil sie sehen wollen, wo echte Menschen hängen bleiben. Die Vergütung pro Test ist höher als bei Umfragen, dafür bekommst du seltener einen. Du brauchst ein ruhiges Zimmer, ein brauchbares Mikrofon und die Bereitschaft, dich bei Englisch-Tests auf Englisch zu äußern.
So funktioniert's
- Anmeldung mit Probetest. Plattformen wie [UserTesting](/anbieter/usertesting) oder [Userlytics](/anbieter/userlytics) lassen dich einen unbezahlten Beispieltest machen. Danach wird geprüft, ob du verständlich sprichst und Anweisungen folgst. Erst dann kommen bezahlte Tests.
- Screener. Vor jedem Test beantwortest du ein paar Fragen („Hast du in den letzten 30 Tagen online Möbel gekauft?“). Passt du nicht, ist der Test weg – unbezahlt. Das ist der größte Zeitfresser.
- Der Test. Meist 10 bis 30 Minuten, manchmal ein Videogespräch mit einem Moderator. Du bekommst Aufgaben („Finde die Rückgabebedingungen“) und kommentierst laut. Bei [TestingTime](/anbieter/testingtime) sind moderierte Studien üblich, die werden besser bezahlt, aber seltener angeboten.
- Bewertung und Auszahlung. Der Auftraggeber bewertet deine Aufnahme. Schlechte Bewertungen (zu leise, zu knapp) senken deine Chancen auf weitere Tests. Ausgezahlt wird meist per PayPal, teils mit Wartefrist von einer bis zwei Wochen.
- Crowdtesting ist etwas anderes. Bei [Testbirds](/anbieter/testbirds) oder [uTest](/anbieter/utest) suchst du Fehler in Software und meldest sie strukturiert. Das ist näher an Qualitätssicherung als an „Meinung sagen“ und wird oft pro gefundenem, akzeptiertem Fehler bezahlt.
Was du brauchst
Aktuelle Geräte (die Plattform sagt, welche), ein Mikrofon ohne Rauschen, stabiles Internet, einen Ort ohne Mitbewohner im Hintergrund und bei vielen Plattformen ein Mindestalter von 18. Englisch hilft deutlich, weil ein großer Teil der Tests international ausgeschrieben wird.
In der Praxis
Stopp deine Zeit über eine Woche: Screener, Warten, Test, Nacharbeit. Teile die ausgezahlte Summe durch diese Gesamtzeit, nicht durch die Testminuten. Dann weißt du, ob sich das für dich lohnt. Der [Zeitwert-Rechner](/rechner) rechnet das mit deinem eigenen Vergleichswert.
Prüfliste
- Probetest gemacht und Rückmeldung der Plattform gelesen.
- Mikrofon einmal selbst angehört: verständlich, ohne Hall.
- Profil ehrlich und vollständig, damit die Screener passen.
- Zeit für Screener und Warten mitgezählt.
- Kein Test, der echte Passwörter, Bankdaten oder Ausweise verlangt (siehe [Sicher starten](/sicher-starten)).
- Auszahlungsweg und Wartefrist vorab gelesen.
Alle Testplattformen mit Bewertung und Belegen stehen im [Vergleich](/vergleich).